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Der Nachlass von Joachim Fest im Deutschen Literaturarchiv

Der #Nachlass von Joachim Fest im Deutschen #Literaturarchiv

#Marbach, 17. September

Das Deutsche Literaturarchiv Marbach (#DLA) hat den Nachlass des Historikers und Publizisten Joachim Fest übernommen. Der Nachlass dokumentiert Leben und Werk eines der namhaftesten Intellektuellen seiner Zeit. Als Zeithistoriker und Herausgeber der »Frankfurter Allgemeinen Zeitung« hat Joachim Fest das Selbstverständnis der Bundesrepublik Deutschland lange mitgeprägt; als Biograf und Essayist war er national wie international hochgeschätzt. Seine Hitler Biografie löste eine intensive Kontroverse über die historische Deutung Adolf Hitlers und des #Nationalsozialismus aus und wurde in mehr als 20 Sprachen übersetzt, ein #Weltbestseller. Sein Archiv wurde sukzessive übergeben und ging jetzt vollständig in den Besitz des DLA über. Wir danken der Friede Springer Stiftung, Klaus Mangold und Michael Endres für ihre großzügige Unterstützung.

Joachim Fests Nachlass umfasst bedeutende Quellen zu historischen, kulturellen und kunsthistorischen Themen. Aus seiner publizistischen Arbeit beim RIAS Berlin, beim #NDR, beim »#Spiegel« und bei der »#FAZ« sind zahlreiche Texte und Briefe überliefert. Zu Fests Korrespondenzpartnern zählten Politiker, unter anderem Willy BrandtKlaus von Dohnanyi, Helmut Kohl und Richard von Weizsäcker; Autoren, Publizisten und Wissenschaftler, unter anderem Hannah Arendt, Rudolf Augstein, Heinrich BöllSebastian Haffner, Eckhard Henscheid, Rolf Hochhuth, Ernst Jünger, Joachim Kaiser, Siegfried Lenz, Golo Mann, Alexander Mitscherlich, Dolf SternbergerMarcel Reich Ranicki und Martin Walser. Unter den Verlegern sind Klaus PiperWolf J. Siedler, Siegfried Unseld und Helen Wolff vertreten. Zudem sind zahlreiche Manuskripte zu seinen Büchern enthalten, unter anderem zu »Das Gesicht des Dritten Reiches« (1963), »Hitler. Eine Biographie« (1973), »Speer. Eine Biographie« (1999), »Der Untergang« (2002) und zur Autobiographie »Ich nicht. Erinnerungen an eine Kindheit und Jugend« (2006). Fests Auseinandersetzung mit #Kunst und dem #Kunstmarkt ist ebenfalls dokumentiert, unter anderem durch mehr als 200 Postkarten und Briefe von Horst Janssen.

Joachim Fest (1926 bis 2006) wuchs in einer Familie auf, die in Opposition zum NS Regime den wichtigsten Teil ihrer finanziellen Grundlagen verlor (der Vater wurde im März 1933 beurlaubt und im Herbst desselben Jahres aus dem Schuldienst entlassen). 1944 wurde er als Mitglied der sogenannten »#Flakhelfer #Generation« einberufen und kehrte 1947 aus der US Kriegsgefangenschaft in #Frankreich nach Deutschland zurück. Er studierte in #Freiburg, Frankfurt am Main und #Berlin #Jura, #Geschichte, #Soziologie, #Germanistik und #Kunstgeschichte und begann seine berufliche Laufbahn beim Berliner RIAS, wo er bald eine eigene Sendereihe im #Bildungsrundfunk verantwortete. 1961 wechselte er zum Norddeutschen Rundfunk nach #Hamburg; wo er ab 1963 Chefredakteur war. 1968 begann er mit der Arbeit an seiner Hitler Biografie, gleichzeitig war er als freier Mitarbeiter für den »Spiegel« Essay zuständig. Als »FAZ« Herausgeber (1973 bis 1993) holte Fest Autoren wie unter anderem Marcel Reich Ranicki in die Redaktion. Zu einem besseren deutsch jüdischen Verhältnis trug er durch Freundschaften und Verbindungen in die jüdische #Diaspora bei. Joachim Fest initiierte die Erinnerungskultur der jungen Bundesrepublik mit, die bis zum »#Historikerstreit« sein Leitthema blieb. Seine Auseinandersetzung mit gesellschaftlichen Fragen der Zeit, nicht zuletzt mit der #Studentenbewegung und ihren Folgen, trug maßgeblich zur politischen Relevanz des »FAZ« #Feuilletons bei.

Für sein Lebenswerk wurde Joachim Fest unter anderem mit dem »Theodor Wolff Preis« (1972), dem »Thomas Mann Preis« der Stadt #Lübeck (1981), der #Goetheplakette der Stadt Frankfurt am Main (1987), dem »Ludwig Börne Preis« (1996) und dem »Henri Nannen Preis« (2006) ausgezeichnet. Mehr …

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