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NOW Kommentar: Das Motormärchen von der Wirtschaft und der Politik

#NOW #Kommentar: Das #Motormärchen von der #Wirtschaft und der #Politik

#Gütersloh, 8. Juni 2026

Wenn #Politiker über die Wirtschaft sprechen, fällt fast zwangsläufig ein bestimmtes Wort: #ankurbeln. Die Wirtschaft müsse »angekurbelt« werden. Der #Konsum müsse »angekurbelt« werden. Die #Investitionen müssten »angekurbelt« werden. Das #Wachstum müsse »angekurbelt« werden.

Interessant ist bereits die #Metapher selbst.

Wer etwas ankurbelt, denkt an einen #Motor. An eine #Maschine. Man dreht an einer Kurbel, drückt auf einen Knopf, gibt etwas Energie hinein – und schon beginnt sich etwas zu bewegen. Vielleicht liegt genau hier ein Denkfehler. Denn Wirtschaft ist keine Maschine. Eine Maschine kann man von außen starten. Wirtschaft hingegen entsteht nicht durch Knopfdruck. Sie entsteht durch Menschen. Einen Motor kann man ankurbeln, wie man will. Ohne Treibstoff springt er nicht an.

Natürlich braucht ein #Staat eine funktionierende #Verwaltung. Natürlich braucht er #Gesetze, #Gerichte, #Infrastruktur und #Sicherheit. All das ist wichtig. Aber keines dieser Dinge erzeugt unmittelbar #Wertschöpfung. Wertschöpfung entsteht dort, wo Menschen etwas herstellen, entwickeln, reparieren, handeln, verkaufen, erfinden oder organisieren. Die Wirtschaft ist deshalb nicht der Anhänger des Staates. Eher ist sie das, was den Wagen überhaupt zieht.

Trotzdem erscheint mir auch das Bild vom Motor nicht ganz richtig. Ein Motor benötigt Treibstoff. Ohne Treibstoff steht er still. Die Wirtschaft funktioniert anders. Sie ähnelt eher einem großen Rad, an dem Millionen Menschen gleichzeitig drehen.

Der #Bäcker backt #Brot. Der Kunde kauft es. Der #Handwerker repariert die #Heizung des Bäckers. Der #Steuerberater berät den #Handwerker. Der #Landwirt liefert #Getreide. Der #Maschinenbauer baut die #Anlage des Landwirts. Jeder gibt etwas hinein und erhält etwas zurück. Genau deshalb dreht sich das Rad.

#Politiker sprechen häufig über #Kapital, #Subventionen, #Förderprogramme oder #Steuererleichterungen. Das mag alles sinnvoll sein. Aber diese Dinge sind nicht das eigentliche Geheimnis funktionierender Wirtschaft. Das eigentliche Geheimnis heißt #Vertrauen.

Vertrauen darauf, dass Rechnungen bezahlt werden. Vertrauen darauf, dass Zusagen gelten. Vertrauen darauf, dass Geschäftspartner morgen noch da sind. Vertrauen darauf, dass Leistung anerkannt wird. Vertrauen darauf, dass Menschen fair miteinander umgehen.

#Ökonomen nennen das #Sozialkapital. Man könnte es auch einfacher ausdrücken: #Anstand. Oder, wie es im BGB steht: Treu und Glauben. Eine Gesellschaft, in der #Verlässlichkeit, #Respekt und #Reziprozität selbstverständlich sind, erzeugt fast automatisch wirtschaftliche Dynamik. Menschen investieren. Menschen kooperieren. Menschen helfen einander. Menschen empfehlen einander weiter.

Das Rad dreht sich. Doch was geschieht, wenn diese Grundlagen verlorengehen? Wenn Geschäftsbeziehungen nur noch aus einmaligen Transaktionen bestehen? Wenn Loyalität als Naivität gilt? Wenn Zusagen beliebig werden? Wenn jeder nur noch seinen kurzfristigen Vorteil sucht?

Dann wird das Drehen am Rad immer anstrengender. Nicht, weil die Menschen plötzlich weniger fleißig wären. Sondern weil die Bereitschaft sinkt, Energie in ein System zu investieren, das nichts zurückgibt. Eine Wirtschaft lebt letztlich von Gegenseitigkeit. Wer ständig erlebt, dass Engagement nicht erwidert wird, reduziert sein Engagement. Wer ständig erlebt, dass Verlässlichkeit ein Nachteil ist, wird unverbindlicher. Wer ständig erlebt, dass Fairness nicht zählt, investiert weniger Vertrauen. Und genau an diesem Punkt helfen auch die schönsten Förderprogramme nur begrenzt. Denn Vertrauen lässt sich nicht subventionieren. Respekt lässt sich nicht verordnen. Reziprozität lässt sich nicht per Gesetz beschließen.

Sie entstehen aus #Kultur, #Haltung und gelebtem #Verhalten. Vielleicht sollten wir deshalb weniger darüber sprechen, wie man die Wirtschaft ankurbelt. Und mehr darüber, warum Menschen überhaupt bereit sind, gemeinsam an diesem großen Rad zu drehen. Denn dieses große Rad der Wirtschaft ähnelt, wenn es denn läuft, fast schon einem Perpetuum Mobile.

#NOW #KWS #ROSA #OWL #GT #GGC #GOGREENCHALLENGE #VISITGÜTERSLOH #VISITGT #NIEWIEDERISTJETZT

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