Für die Suche nach Inhalten geben Sie »Content:« vor den Suchbegriffen ein, für die Suche nach Orten geben Sie »Orte:« oder »Ort:« vor den Suchbegriffen ein. Wenn Sie nichts eingeben, wird in beiden Bereichen gesucht.

 

 

ROSA, Kunst, Kultur, Orte

Kulturinstitutionen warnen vor nationalistisch ausgerichteter Kulturpolitik in Sachsen AnhaltZoom Button

Historisches Waisenhaus der Franckeschen Stiftungen. Foto: Uwe Gaasch, Informationen zu Creative Commons (CC) Lizenzen, für Pressemeldungen ist der Herausgeber verantwortlich, die Quelle ist der Herausgeber

Kulturinstitutionen warnen vor nationalistisch ausgerichteter Kulturpolitik in Sachsen Anhalt

Kulturinstitutionen warnen vor nationalistisch ausgerichteter #Kulturpolitik in Sachsen Anhalt

Halle an der Saale, 16. April 2026

Die »AFD« Sachsen Anhalt kündigt für den Fall einer Regierungsübernahme eine »neue patriotische #Kulturpolitik« an. Die Kulturstiftungen und weitere Kulturinstitutionen des Landes sehen darin den Versuch, historisches #Erinnern, #Kunst und kulturelle #Vielfalt an nationalistischen Leitbildern und Identitätsvorgaben auszurichten. Sie warnen vor einer Entwicklung, die die Freiheit der Kunst, die Offenheit kultureller Institutionen und die demokratisch verankerte Erinnerungskultur grundlegend in Frage stellt.

Das am Wochenende verabschiedete »Regierungsprogramm« kündigt unter anderem eine »patriotische Wende« in der Kulturpolitik an. Es verschiebt den Kulturbegriff grundlegend: Kultur wird nicht mehr als offener, pluraler Raum verstanden, sondern verengt sich deutlich. Sie wird Instrument zur Herstellung einer parteipolitisch definierten kollektiven Identität. Kultur erscheint in diesem Fall als Ausdruck einer ethnisch homogenen Volksgemeinschaft, deren angebliche »Identitätsstörung« durch eine »selbstbewusste deutsche Identität« überwunden werden soll. In dieser Ausrichtung treten Elemente einer völkisch nationalistischen Kulturauffassung deutlich hervor.

Die kulturpolitischen Aussagen des Programms reichen weit über den eigentlichen Kulturbereich hinaus und betreffen auch zentrale Felder wie #Bildungspolitik, #Wissenschaftspolitik, #Integrationspolitik und #Religionspolitik. In den einleitenden Passagen des Kulturteils wird die bestehende Erinnerungskultur als »Verewigung eines Schuldkomplexes« beschrieben, der die »Möglichkeiten einer stabilen nationalen Identitätsbildung verbaut« habe. Zur »Heilung« dieser »Identitätsstörung« wird eine stärkere Fokussierung auf die »guten Seiten der deutschen Geschichte« gefordert. Damit verschiebt sich der Fokus von einer differenzierten, auf wissenschaftlichen Erkenntnissen beruhenden Erinnerungskultur hin zu einer selektiven Geschichtsdarstellung, in der die deutsche NS Vergangenheit systematisch geschönt wird.

Auch im Umgang mit der künstlerischen Moderne zeigt sich eine deutliche Abgrenzung. Das Bauhaus wird als Ausdruck von »Identitätslosigkeit« dargestellt; dem wird eine »#deutschdenken« Kampagne entgegengesetzt. In Verbindung mit Vorgaben für eine an »Bautradition« orientierte Architektur entsteht ein normatives Kulturverständnis, das moderne Strömungen delegitimiert und durch staatliche Leitbilder ersetzt.

Im Bereich der Bildenden Kunst und Darstellenden Kunst wird staatliche Förderung an die »kulturelle Identität« gebunden; insbesondere #Theater sollen stärker »deutsche Stücke« berücksichtigen. Damit wird ein inhaltlicher Steuerungsanspruch gegenüber Kulturinstitutionen formuliert.

Diese Tendenzen setzen sich fort: Kulturförderung soll an nationale Identitätsbildung gekoppelt, als »antideutsch« geltende Kunst ausgeschlossen und kulturelle Bildung auf »kulturelle Identität« ausgerichtet werden. Selbst von Vereinen, die eine Landesförderung beantragen, wird dann zukünftig ein »glaubhaftes Bekenntnis« zu einer »patriotischen Grundhaltung« erwartet. Das Kulturkonzept der »AFD« verdrängt, wie wichtig vielfältige Impulse für eine lebendige Kultur sind. Diese legen den Grundstein für gesellschaftliche Entwicklungen und Erneuerungsprozesse.

Das Verhältnis zu den beiden großen Kirchen als Trägern kulturellen Lebens ist widersprüchlich: Einerseits gelten sie als identitätsstiftend, andererseits wird ihnen »Regenbogenideologie« vorgeworfen. Förderentscheidungen werden auch hier an politische Konformität geknüpft.

Insgesamt folgt diese Programmatik einem klar erkennbaren Muster: Erinnerung wird selektiv umgedeutet, Kunst normiert, Institutionen abgebaut und umgebaut und Förderung politisch instrumentalisiert. Darüber hinaus wird Sachsen Anhalt als »Musterland der Kulturpolitik« positioniert, das eine »Strahlwirkung auf andere Bundesländer« entfalten soll. Das Programm benennt die kulturpolitische Entwicklung Ungarns unter dem abgewählten Ministerpräsidenten Viktor Orbán als »Vorbild und Inspiration«. Damit orientiert sich die »AFD« Sachsen Anhalt an einem Modell, das auf eine enge Verknüpfung von Staat, Kultur und nationaler Identität sowie die politische Einflussnahme auf Kulturinstitutionen und die Einschränkung von Vielfalt und Meinungsfreiheit zielt.

Das Land Sachsen Anhalt wurde 1990 gegründet. Dabei wurden Regionen unterschiedlicher kultureller und historischer Identität zusammengefasst. Seine Landesidentität definiert sich wesentlich über verbindende historische Ereignisse und das gemeinsame künstlerische und kulturelle Erbe. Sachsen Anhalt steht mit dem Wirken des Fürsten Leopold III. Friedrich Franz von Anhalt Dessau in Wörlitz am Beginn der Aufklärung. #Freiheit und #Toleranz sind in Sachsen Anhalt gelebte Grundwerte. Es ist ein Kulturland ersten Ranges, mit einer der höchsten Dichten an bedeutenden Denkmalen in Mitteleuropa. Dem Schutz und Erhalt dieses verbindenden Erbes haben sich die unterzeichnenden Kulturinstitutionen auf Grundlage der freiheitlichen demokratischen Grundordnung, der im Grundgesetz verankerten Ideale von Toleranz und Vielfalt und der #Wissenschaftsfreiheit und #Kunstfreiheit verschrieben. Ein Angriff auf #Kunst, #Kultur und #Geschichte, ihre ideologische Instrumentalisierung, treffen die Bürgerinnen und Bürger des Landes im Kern ihrer Identität.

Die Unterzeichnenden halten dem entgegen: Kulturpolitik darf nicht zur nationalistischen Instrumentalisierung von Geschichte und Kultur missbraucht werden. Die Freiheit der Kunst, die Vielfalt kultureller Ausdrucksformen und eine an demokratischen Werten orientierte Erinnerungskultur bleiben unverzichtbar. Ihre entschlossene Wahrung sichert nicht nur die vitale und vielfältige Kulturlandschaft in Sachsen Anhalt, sondern stärkt zugleich gesellschaftlichen Zusammenhalt, Pluralität sowie die Grundlagen unseres demokratischen Gemeinwesens.

  • Kulturstiftung Dessau Wörlitz
  • Kulturstiftung Sachsen Anhalt
  • Stiftung Bauhaus Dessau
  • Stiftung Gedenkstätten Sachsen Anhalt
  • Stiftung Luthergedenkstätten in Sachsen Anhalt
  • Franckesche Stiftungen
  • Kunststiftung Sachsen Anhalt
  • Vereinigte Domstifter zu Merseburg und Naumburg und des Kollegialstifts Zeitz
  • Kloster Bergesche Stiftung
  • Stiftung Kloster Unser Lieben Frauen
  • »CAT stairs – das Kabarett«
  • »Burger KleinKunstBühne«
  • Ferropolis Stiftung Industriekultur gGmbH
  • Kulturzentrum Moritzhof
  • Kammerspiele Magdeburg
  • Kunstmuseum Magdeburg Kloster Unser Lieben Frauen
  • Kunstmuseum Moritzburg Halle (Saale)
  • Kunstverein »Talstraße«
  • Landesarbeitsgemeinschaft soziokultureller Zentren im Land Sachsen Anhalt (#LASSA)
  • Museumsverband Sachsen Anhalt
  • Puppentheater Magdeburg
  • Stiftung Evangelisches Anhalt
  • Stiftung Händel Haus
  • Technik Museum Magdeburg
  • Theater der Altmark
  • Theater Magdeburg
  • Werkleitz Gesellschaft

Franckesche Stiftungen

Die Franckeschen Stiftungen sind ein europaweit einzigartiger Bildungskosmos. Mit ihren historischen Sammlungen in barocker Schularchitektur, ihren Ausstellungen, besonders aber den pädagogischen und sozialen Projekten sind sie weit mehr als ein Museum. Gegründet mit dem Ziel, Gesellschaft zu verbessern, beteiligen wir uns an aktuellen gesellschaftlichen Debatten: demokratische Bildung, gesellschaftliche Teilhabe, nachhaltiges Handeln. Mehr …

#NOW #KWS #ROSA #OWL #GT #GGC #GOGREENCHALLENGE

Content im NOW Magazine …

 
NOW
Termine und Events

Veranstaltungen
nicht nur in Gütersloh und Umgebung

September 2026
So Mo Di Mi Do Fr Sa
12345
6789101112
13141516171819
20212223242526
27282930
November 2026
So Mo Di Mi Do Fr Sa
1234567
891011121314
15161718192021
22232425262728
2930
Dezember 2026
So Mo Di Mi Do Fr Sa
12345
6789101112
13141516171819
20212223242526
2728293031
Februar 2027
So Mo Di Mi Do Fr Sa
123456
78910111213
14151617181920
21222324252627
28
September 2027
So Mo Di Mi Do Fr Sa
1234
567891011
12131415161718
19202122232425
2627282930
November 2027
So Mo Di Mi Do Fr Sa
123456
78910111213
14151617181920
21222324252627
282930
Dezember 2027
So Mo Di Mi Do Fr Sa
1234
567891011
12131415161718
19202122232425
262728293031
Februar 2028
So Mo Di Mi Do Fr Sa
12345
6789101112
13141516171819
20212223242526
272829
März 2028
So Mo Di Mi Do Fr Sa
1234
567891011
12131415161718
19202122232425
262728293031
April 2028
So Mo Di Mi Do Fr Sa
1
2345678
9101112131415
16171819202122
23242526272829
30
September 2029
So Mo Di Mi Do Fr Sa
1
2345678
9101112131415
16171819202122
23242526272829
30
Dezember 2030
So Mo Di Mi Do Fr Sa
1234567
891011121314
15161718192021
22232425262728
293031
November 2042
So Mo Di Mi Do Fr Sa
1
2345678
9101112131415
16171819202122
23242526272829
30