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»NGG informiert« – Tarifticker: Tönnies Konzern im Fokus: Nullrunde, Besitzstandsabbau und Mindestlohn als Vorwand

»#NGG informiert« – Tarifticker: Tönnies Konzern im Fokus: Nullrunde, Besitzstandsabbau und Mindestlohn als Vorwand – NGG wirft Marten und der »Zur Mühlen Gruppe« bewusste Umverteilung zulasten der Beschäftigten vor

#Bielefeld, 23. Januar 2026

Die 2. #Tarifverhandlung zum #Entgelttarifvertrag bei der Firma Marten in Gütersloh ist mit einem Eklat zu Ende gegangen. Nach rund 40 Minuten erklärte die Arbeitgeberseite, sie wolle keine Entgelterhöhung vornehmen und forderte stattdessen eine #Nullrunde, sowie die Aufnahme von Verhandlungen über die Absenkung bestehender Besitzstände einzelner Beschäftigter. Dies sei erforderlich, um die durch die Erhöhung des Mindestlohns entstandenen Mehrkosten zu finanzieren.

Für die #Gewerkschaft #Nahrung #Genuss #Gaststätten (NGG) ist dieses Vorgehen ein klarer Tabubruch.

»NGG wird von einem Unternehmen der ›Zur Mühlen Gruppe‹ (gehört zu Tönnies Premium Food Group) erstmals offen aufgefordert, tariflich erkämpfte Besitzstände zu opfern, um gesetzliche Mindestlohnerhöhungen zu bezahlen. Das ist nicht nur tarifpolitisch inakzeptabel, sondern ein Schlag ins Gesicht der Beschäftigten«, erklärte Thorsten Kleile, Geschäftsführer der #NGG #OWL. Mit dieser Strategie sollen offenbar die Beschäftigten die Kosten zahlen, die die Zukäufe der vergangenen Jahre in die Bücher geschrieben haben.

Dabei verschweigt der Arbeitgeber einen entscheidenden Fakt: Nach der Übernahme durch Tönnies gab es bei Marten über einen Zeitraum von rund 6 Jahren keine allgemeinen Lohnerhöhungen. In dieser Zeit wurden keine Entgelttarifverhandlungen geführt – mit der Folge, dass die Beschäftigten jahrelang Reallohnverluste hinnehmen mussten und der Betrieb dauerhaft Personalkosten gespart hat.

»Wer über Jahre keine tariflichen Erhöhungen zahlen muss und dann von ›zu hohen Forderungen‹ spricht, verdreht bewusst die Realität«, erklärte Thomas Bernhard, Referatsleiter Fleisch der NGG Hauptverwaltung. »Unsere aktuelle Forderung ist keine Gier, sondern der Versuch, Kaufkraftverluste wenigstens teilweise auszugleichen.«

Hinzu kommt: Allein im vergangenen Jahr haben die Beschäftigten bei Marten über 20.000 freiwillige Überstunden geleistet. Flexibilität, Mehrarbeit und Einsatzbereitschaft wurden immer wieder eingefordert – nun sollen ausgerechnet diese Beschäftigten dafür bezahlen, dass gesetzliche Standards steigen.

Die NGG weist zudem darauf hin, dass in mehreren Betrieben der »Zur Mühlen Gruppe« (#ZMG) – darunter #Satrup, #Böklund, #TFB #Nortrup und #TFB #Versmold – ebenfalls Nullrunden gefordert wurden. Für die Gewerkschaft ist klar: Hier handelt es sich nicht um einen Einzelfall, sondern um eine konzernweite Strategie.

»Mindestlohn darf nicht zur Angleichung nach unten missbraucht werden. Besitzstände sind keine Verhandlungsmasse und schon gar kein Sparinstrument«, so Kleile weiter.

Auf die direkte Frage der NGG, ob sich die Zur Mühlen Gruppe in einem Sanierungsfall befinde und ein standortsichernder Sanierungstarifvertrag notwendig sei, antwortete die Arbeitgeberseite eindeutig mit Nein. Damit sei klar, dass weder eine existenzielle Krise noch eine wirtschaftliche Notlage vorliege. »Wer keinen Sanierungsfall geltend macht, kann nicht gleichzeitig verlangen, dass Beschäftigte Investitionen, Konzernerweiterungen und gesetzliche Mindeststandards mit Lohnverzicht bezahlen«, so Bernhard.

Die NGG fordert für Marten Gütersloh einen tariflichen Abstand von mindestens 0,50 Euro zum gesetzlichen Mindestlohn (14,40 Euro) in der untersten Entgeltgruppe – das entspricht einer Erhöhung von rund 11 Prozent – sowie eine entsprechende prozentuale Anhebung aller Entgeltgruppen zur Sicherung der Tarifstruktur. Ein weiterer Verhandlungstermin wurde nicht vereinbart. Die NGG kündigt an, gemeinsam mit den Beschäftigten den Druck deutlich zu erhöhen.

»Nullrunde und Besitzstandsabbau sind eine Kampfansage. Die Antwort darauf heißt #Solidarität, öffentliche Auseinandersetzung und – wenn nötig – Arbeitskampf«, so die Verhandlungsführer.

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